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Holznutzung   Optimierung der Ressourceneffizienz der Holznutzung
Nachhaltige Rohstoffe effizienter nutzen



Im Interview erzählt uns der Leiter Doz. Dr. Andreas Windsperger über das fertige Projekt und den dazugehörigen Hintergrund.






www.nawaro.com: Welche Vision / welches Ziel liegt dem Projekt zugrunde?

Windsperger: Steigerung der Ressourceneffizienz ist das Hauptziel. Holz ist ein knapper und wertvoller Rohstoff, der schonend und sparsam verwendet werden soll. Wesentliches Projektziel war es, die stoffliche Nutzung von Holz zu optimieren und ergänzend weitergehende Rohstoffpotenziale zu erheben und in den Rohstoffkreislauf sinnvoll zu integrieren.
Als ein Zwischenergebnis kann festgestellt werden, dass Österreich erhebliches Altholzpotenzial aufweist, dieses zu mobilisieren ist eine wesentliche Fragestellung in der Zukunft.

Welche Hindernisse mussten überwunden werden, um das Projekt zu realisieren?

Zu Projektbeginn war Datenbeschaffung sowie das Ziehen von Systemgrenzen für ein wirkungsvolles Prozessmodell herausfordernd. Die detaillierte Betrachtung brachte großen Aufwand für die Datenerfassung, der zu einer zeitlichen Verzögerung führte. Auch die Auswertung und Schlussfolgerungen waren durch die detaillierte Betrachtung im Modell aufwendiger.

Wo sehen Sie die gesellschaftliche Relevanz für dieses Forschungsthema?

Im Zuge der Umstellung auf ein nachhaltiges Wirtschaftssystem spielt die nachhaltige Holznutzung eine zentrale Rolle. Wenn immer größere Rohstoffmengen sowohl für die stoffliche als auch für die energetische Nutzung gebraucht werden, muss eine Synergie in Form einer effektiven Kaskadennutzung erreicht werden.

Was ist Ihre persönliche Motivation, die Entwicklung im Bereich der Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu forcieren?

Nawaros sollen dort genutzt werden, wo deren Einsatz sinnvoll ist bzw. wo technische Vorteile durch die Nutzung von Nawaros gegenüber aktuell verwendeten Materialien und Lösungen bestehen. Am Ende jeder Nutzungsform muss die effektive energetische Verwertung stehen.
Darüber hinaus stellt die effektive Holznutzung die Weichen für die nationale Energieautarkie.

Wie kann man sich die Nutzung und Verbreitung der Ergebnisse Ihres Projekts vorstellen?

Das vorliegende Modell ist nun sehr detailliert und damit flexibel einsetzbar. Es kann für die Entwicklung von Strategien und die Beurteilung von Entwicklungen von den Branchen, aber auch der öffentlichen Hand genutzt werden. Dabei können Entwicklungen in verschiedenen Branchen durchgespielt werden, Engpässe werden prognostizierbar und langfristige Ressourcenbeschaffung planbar. Die Altholznutzung wird in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen.

Wie werden diese Forschungsergebnisse Ihrer Meinung nach Handlungsweisen und Einstellungen der Gesellschaft beeinflussen?

Die Projektergebnisse werden in erster Linie die produzierende Industrie beeinflussen, die Auswirkungen der Stoffströme können präzise erfasst werden. Die vorhandenen Daten im Holzbereich können konsistent zusammengeführt werden.

Welches Verbesserungspotenzial sehen Sie im Rückblick bei Ihrem Projekt, was hätte anders geplant oder durchgeführt werden müssen?

Die Datenbeschaffung und Aufbereitung zu Projektbeginn war sehr aufwendig. Da auf sehr breiter Basis begonnen wurde, war es schwierig, genug Datenmaterial in ausreichernder Tiefe zu erhalten. Rückblickend hätten wir die Ziele der Datenbeschaffung noch mehr präzisiert und die Struktur vereinfacht.





Gibt es ein Folgeprojekt bzw. einen langfristigen Projektplan für spezielle Weiterentwicklungen?

Das Altholzaufkommen ist in Österreich ein großes Potenzial, das in einem Folgeprojekt gesondert betrachtet werden soll. In diesem Projekt soll das zukünftig erwartete Rohstoffpotenzial erfasst und die Menge und die Qualität des zur Verfügung stehenden Altholzes ermittelt werden.

Ein weiteres Vorhaben zielt darauf ab, gemeinsam mit Fachverbänden effektive Holznutzung in die Strategie der einzelnen Produktionsbereiche zu integrieren. Mit dem Modell können die Branchenentwicklungen und Auswirkungen des Rohstoffmarktes auf die Wertschöpfung analysiert werden.

Vielen Dank für das Interview Herr Windsperger.


Das Interview wurde von Michael Pfleger (GrAT) durchgeführt.


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