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Schilf   Dämmen mit Schilf
Entwicklung eines baubiologisch hochwertigen Wärmedämm-Verbundsystems auf Basis von Schilf

In diesem Projekt wurden Wärmedämm-Verbundsysteme entwickelt, die auf dem Nachwachsenden Rohstoff Schilf basieren. Als Dämmstoff wird Schilf derzeit vor allem in Form von Schilfrohrplatten verwendet, die aber durch ihre Drahtbindung Mängel in Bezug auf Bearbeitbarkeit und bauphysikalische Eigenschaften aufweisen. Als Alternative wurden daher Versuche zur Herstellung von Schilfrohrplatten mit Bindemitteln durchgeführt. Das Ergebnis sind Prototypen einer mit aufgeschäumtem Thermoplast gebundenen Platte, die wesentliche Verbesserungen hinsichtlich Herstellungsaufwand und Bearbeitbarkeit zeigt. Als weiteres Ergebnis zeigte sich in der Ermittlung von Materialkennwerten die Möglichkeit, gehäckseltes Schilf als Dämmstoff zu verwenden.

Diese beiden Varianten wurden anhand von Musterwandversuchen genauer analysiert. Dafür wurden zwei Befestigungsmöglichkeiten – Verdübelung von thermoplastgebundenen Schilfrohrplatten sowie Holzständer‑/Stegträgersysteme mit losem Schilf – in praktischen Tests und mittels bauphysikalischer Berechnungen auf Dämmwirkung, Arbeitsaufwand und weitere relevante Eigenschaften untersucht. Dabei zeigte sich, dass mit der Variante „Stegträgersystem mit losem Schilf“ Niedrigenergiehaus- bzw. Passivhaus-Standard erreicht werden kann, während sich die Verdübelung von Schilfrohrplatten vor allem für die nachträgliche Sanierung von Altbauten eignet.

Für die Abschlussbeschichtung der Wärmedämm-Verbundsysteme wird Kalkputz verwendet, der sich durch seine Diffusionsoffenheit und ökologische sowie gesundheitliche Unbedenklichkeit auszeichnet. Technische Detaillösungen für problematische Bereiche, wie z. B. Giebel oder Sockel, wurden ebenfalls entwickelt.

Die Innendämmung, die für denkmalgeschützte Gebäude oft die einzige Option zur Energieeinsparung ist, stellt besondere Anforderungen an Wärmedämmsysteme, vor allem hinsichtlich Feuchteverhalten. Aufbauend auf diesen Anforderungen wurden im Projekt Gesamtlösungen entwickelt, die diffusionsoffene Schilfplatten mit Kalkputz und optional einem Wandheizsystem integrieren. Damit sind vorgefertigte Elemente für den Trockenausbau möglich.


Als weiterer Schritt hin zur Etablierung von Schilfrohr als Dämmstoff sollen die entwickelten Systeme in einem Demonstrationsprojekt umgesetzt werden. Sanierungskonzepte für ein ausgewähltes Gebäude wurden anhand von Simulationen und Analysen bereits erstellt und sind damit zur Umsetzung bereit. Mit einem Demonstrationsprojekt kann einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden, wie die Wärmedämmung mit Schilf möglich ist und welche Effekte damit erzielt werden. Gleichzeitig können in Langzeittests die Eigenschaften des entwickelten Schilf-WDVS laufend beobachtet werden.


Projektleitung

Dr. Robert Wimmer, Gruppe Angepasste Technologie, TU Wien
www.grat.at


Projektpartner

BIA Bau Innovation Alternativ GmbH
www.bau-innovation.at
Bau-Natürlich OEG, Schmidt & Rosman
www.bau-natuerlich.com
Schilfgewinnung Sumalowitsch
www.rohrwolf.com
SERA Lizenzen GmbH
http://sera-salzburg.com
Häuser in Wolle Reichel & Naar Ges.n.b.R.
http://haeuser-in-wolle.com
Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie GmbH
www.ibo.at



Kooperationspartner

TU Wien, Institut für Hochbau und Technologie, Baustofflehre, Werkstofftechnologie und Brandsicherheit, Dr. Heinrich Bruckner
http://iht.tuwien.ac.at
Nordson Deutschland GmbH, Thomas Zöllner
www.nordson.de



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